Christina Badelt
Co-Autor: Erentraud Lehner
Alle: Forschungsinstitut des Wiener Roten Kreuzes; Nottendorfer Gasse 21, A-1030 Wien, Tel. ++ 43 / 1 79 5 80 / 64 23 Fax: DW 97 30, christina.badelt@w.roteskreuz.at
Die EQUAL-Entwicklungspartnerschaft BlickWechsel Neue Perspektiven für den Gesundheits- und Sozialbereich
EQUAL ist eine europäische Gemeinschaftsinitiative zur Bekämpfung von Diskriminierung und Ungleichheiten auf dem Arbeitsmarkt. Die Gesamtstrategie der österreichischen Entwicklungspartnerschaft BlickWechsel zielt darauf ab, die Arbeitsfähigkeit der im Gesundheits- und Sozialbereich Beschäftigten bis zum gesetzlichen Pensionsalter zu erhalten. Weiters soll der Gesundheits- und Sozialbereich für Personengruppen geöffnet werden, die bisher keinen Zugang zu einer qualifizierten Tätigkeit in diesem Bereich hatten. Das Forschungsinstitut des Wiener Roten Kreuzes (FRK) koordiniert die drei Teilprojekte dieser Entwicklungspartnerschaft. BlickWechsel wird aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds, der Beschäftigungsoffensive der österreichischen Bundesregierung für Menschen mit Behinderungen (Behindertenmilliarde), sowie aus Mitteln des Fonds Gesundes Österreich finanziert.
Die Beschäftigen im Gesundheits- und Sozialbereich brauchen neue Perspektiven
Die Beschäftigten im Gesundheits- und Sozialbereich sind starken gesundheitlichen Belastungen ausgesetzt. Die Folgen sind Krankenstände, Fluktuation und frühzeitiger Ausstieg in Invaliditätspension oder Arbeitslosigkeit. Die Umsetzung der EU-Initiative BlickWechsel erfolgt auf drei Ebenen:
Mit Management und Führungskräften mobiler Pflege- und Betreuungsdienste werden Strategien betrieblicher Gesundheitsförderung entwickelt (Träger: Forschungsinstitut des Wiener Roten Kreuzes).
Eine Erweiterung des Arbeitskräftepools wird mit der Zielgruppe schwerhöriger und gehörloser Personen mit Interesse an einer qualifizierten Tätigkeit im Gesundheits- und Sozialbereich angestrebt (Träger: equalizent Schulungs- und BeratungsGmbH).
Im dritten Teilprojekt wird eine Anlaufstelle für bereits gesundheitlich beeinträchtigte Personen in aufrechtem Dienstverhältnis entwickelt. Die ArbeitnehmerInnen werden bei der Entwicklung neuer beruflicher Perspektiven unterstützt. Ziel ist es, die Arbeitsfähigkeit bis zur Pension zu erhalten. (Träger: Berufliches Bildungs- und Rehabilitationszentrum).
Weitere Produkte der Entwicklungspartnerschaft:
- In einer Transnationalen Kooperation mit Deutschland und Tschechien wird ein Gebärdensprach-Glossar medizinischer Fachausdrücke (deutsch-tschechisch-ÖGS-CzGS) entwickelt, ein Kommunikationstraining für Hörende und Gehörlose konzipiert sowie eine Website für internationale Jobvermittlung für Gehörlose und Schwerhörige eingerichtet.
- Im Rahmen der thematischen Vernetzung mit Entwicklungspartnerschaften in Österreich wird ein Leitfaden zur Einführung von Diversity-Management erstellt.
- Im September 2006 wurde die Studie Trotzdem gesund herausgegeben, die sich mit der Identifizierung von gesund erhaltenden Faktoren beschäftigt.
- Es wurde ein Buchprojekt initiiert: Autorinnen und Autoren aus Österreich wurden eingeladen, von Menschen zu erzählen, die wir gerne übersehen Alte, Kranke, Behinderte: Menschen, die auf andere angewiesen sind, und solche, die sich dieser Aufgabe stellen. Das Buch Am Leben - Geschichten vom Helfen ist Anfang September 2006 im Residenz Verlag erschienen und zeigt den LeserInnen in aller Vielfalt, was unsere Gesellschaft heute und in Zukunft nötig hat: Hilfe und Verantwortung für den anderen.
- Um die Arbeitsbedingungen sowie die Anliegen und Herausforderungen des Gesundheits- und Sozialbereichs einer breiten Öffentlichkeit transparent zu machen, wurde ein Theaterstück beauftragt, das im Herbst 2007 im Volkstheater in Wien Premiere hat. Die ersten 5 Aufführungen werden durch GebärdendolmetscherInnen übersetzt.
Nähere Informationen über die Entwicklungspartnerschaft BlickWechsel sowie alle downloads und Kontaktadressen finden Sie online unter: www.equal-blickwechsel.at und unter www.w.roteskreuz.at/forschungsinstitut